Herten-Süd

Published on Dezember 23rd, 2015 | by RM

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Kreativ.Quartier Herten 2015 – eine Bilanz

Weihnachten steht bevor, das Jahr geht zu Ende. Zeit zurückzublicken. Was hat 2015 im Hertener Süden verändert?

2015 war wieder ein ereignisreiches Jahr im Kreativ.Quartier Herten-Süd. Unterm Strich setzte sich die positive Entwicklung des Stadtteils seit 2010 ein Stück weit fort. “Wir befinden uns jetzt sozusagen in der dritten Phase”, sagt Standortentwickler Dr. Siegbert Panteleit. “Nachdem wir in den ersten Jahren mit den Akteuren und ihren Kunstaktionen Aufmerksamkeit auf das Quartier gelenkt haben, dann einige Gewerbeansiedlungen zu verzeichnen hatten, kommen jetzt interessierte Investoren. Die Immobilien rund um die Ewaldstraße sind wieder mehr wert.” Die Bemühungen der Stadtentwicklung hätten dafür gesorgt, dass Herten-Süd mit seinem grünen Umfeld als Wohngebiet wieder beliebter werde. Insbesondere sei Süd mittlerweile ein interessanter Standort für innovative Wohnkonzepte, so Panteleit. Im Fokus solcher Ideen liege unter anderem die alte Bäckerei Einhaus.

Insgesamt bedeutet das Einläuten der dritten Phase aber nicht, dass die Entwicklung bald abgeschlossen ist. Im Gegenteil. Danach kann sie erst beginnen. Zugleich befinden sich auch Phase eins und zwei immer in der Mache. Projekte und Events finden im Quartier natürlich nach wie vor regelmäßig und erfolgreich statt. Erst kürzlich bewiesen die Hertener “Nachtkerzen” das wieder Leben in Süd herrscht. Auch das beliebte Fomat Poetry Pub stabilisiert sich immer weiter. Nicht zu vergessen: die erste Hertener Sommerakademie, die im Juni viele Studierende in den Süden der Stadt lockte und ihren grandiosen Abschluss bei der Extraschicht fand. Außerdem ließen sich in diesem Jahr wieder neue Gewerbe im Kreativ.Quartier nieder. Besonders hervorzuheben ist dabei “Glamorös” – die neue Adresse in Herten für Wohnaccessoires im Shabby-Chic-Style. Ebenso verschwanden andere Läden aber auch wieder. “Lineare Prozesse sind schwer herbeizuführen. Die Standortentwicklung, speziell in einer Vorstadt wie Herten, kann zunächst immer nur in exponentiellen Kurven verlaufen. Wichtig ist, dass wir primär nicht versuchen Trends mitzumachen oder hinterherzulaufen, sondern mitzugestalten oder Neues zu initiieren,”, erklärt Dr. Panteleit.

Eine dieser Hertener Innovationen ist das Feld der Kreativpädagogik. Aus diesem Bereich existieren mit dem Waldritter e.V. und dem Art.62 zwei erfolgreiche Start-ups in Süd. Die Waldritter, die speziell die Dienstleistung “Lernen durch Erleben” anbieten, werden ihren Sitz und ihre unternehmerischen Aktivitäten bald ausbauen. Ihre Erlebnispädagogik, beispielsweise in Form von Rollenspielen, weist in einer sich verändernden, multikultureller werdenden Gesellschaft aktuell eine starke Nachfrage bei Auftraggebern wie Schulen auf.

Viel überregionale Aufmerksamkeit bekam in diesem Jahr auch die Zwischennutzung der ehemaligen Woolworth in der Innenstadt. Die Stadt Herten gab das alte Kaufhaus zur kostenlosen Zwischennutzung für Projekte, Künstler und Events frei. Vielleicht liegt in dieser vielbeachteten Vorgehensweise ein zukünftiger Schlüssel für die Entwicklung des Quartiers. In weiteren Vorzeigeprojekten könnten private Eigentümer und Stadt darüber nachdenken, andere Leerstände für eine längere Nutzung als Büros, Gastronomien oder Ateliers für Start-ups, Künstler und Kreative anzubieten. Damit würde und müsste man eine Art “Sonderwirtschaftszone” mit vereinbarten Regeln und Zielen rund um die Ewaldstraße schaffen. In Zeiten, in denen gerade Jungunternehmer in anderen Städten kaum noch bezahlbaren Raum finden, könnte Herten als Standort punkten und Wachstum auch von außen erzielen.

Man darf im Kreativ.Quartier also auf 2016 gespannt sein. Sicher ist übrigens bereits ein Großprojekt, das dem Hertener Süden einen urbanen und künstlerischen Touch verleiht und das Stadtbild attraktiviert. Mehr dazu in Kürze.


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