Herten-Süd

Published on Januar 12th, 2016 | by RM

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Als der Katzenbusch fast einen Kletterpark bekam

Mitte 2011 standen die Pläne zum ersten Mal zur Debatte: In Herten-Süd interessierte sich ein privater Investor für die Errichtung eines Kletterparks im Katzenbusch. Nachdem sich Befürworter und Gegner sowie die politischen Lager über anderthalb Jahre lang einen Schlagabtausch lieferten, entschied sich der Stadtrat Anfang 2013 schließlich dagegen.

Es war ein “Kampf” mit verhärteten Fronten, der lange dauerte und fast zur Posse wurde. Als das Unternehmen Forest Adventures 2011 andachte einen Kletterpark im Hertener Katzenbusch zu eröffnen, liefen Naturschützer und einige, an möglichst viel Ruhe in ihrem Umfeld interessierten, Anwohner Sturm gegen die Pläne.

Insbesondere die NABU Gruppe Herten plädierte dafür, dass Naherholungsgebiet so zu lassen, wie es war. Außerdem verwies sie auf den ohnehin schon unterdurchschnittlichen Waldanteil in der Stadt und war der Meinung, dass durch den Bau eines Kletterparks Bäume und Tiere zu Schaden kämen. Politische Verbündete fanden die Naturschützer im Stadtverband von DIE LINKE.

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So hätte der Hertener Kletterpark aussehen können. Foto: Leonhard Eißnert, CC BY-SA 2.0 de

Aber auch in der SPD-Fraktion regten sich Zweifel an den Plänen des Investors. Auf Einladung der Stadt kamen die Geschäftsführer von Forest Adventures im Sommer 2012 schließlich nach Herten und präsentierten transparent ihr inhaltliches wie wirtschaftliches Konzept, dass die Investoren mittlerweile auch überabeitet hatten. Naturschutz, Sauberkeit, Lärm und Verkehr sollten demnach umfangreich berücksichtigt werden.

Die Kritiker stimmte das nicht um, es gab aber auch viele Hertener Bürger, die den Kletterpark aus verschiedenen Gründen begrüßten. Die Anlage hätte nicht nur das Freizeitangebot in Herten verbessern, sondern auch ein Arbeitsplätze, Besucher und Geld in die Stadt bringen können. Im ökonomisch und sozial prekären Süden der Stadt immerhin enorm wichtige Faktoren. Dennoch schienen am Ende die Interessen einiger zu überwiegen. Im Februar 2013 lehnte der Stadtrat, nach heftiger Abschlussdebatte, den Kletterpark ab.

In der Retrospektive kann man es übrigens als ironisch bezeichnen: Was die Hertener Naturschützer durch den Kletterpark fürchteten, erledigte ein paar Jahre später die Natur selbst. 2o14 machte Pfingststurm “Ela” kurzen Prozess mit vielen Bäumen im Katzenbusch.


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